Quelle WeinWisser, Stephan Rheinhardt, Ausgabe 03/2011:
Terroir al Límit, Torroja del Priorat
„Das Priorat ist ein wundervoller, Emotionen freisetzender Ort“ sagt Dominik Huber. „Diese Emotionen wollen wir auch in unseren Weinen spüren. Die einzigartigen Licorella-Böden, unsere Höhenlagen bis zu 850 m und das warme, trockene Klima mit seinen kühlen Nächten ermöglichen unseren Trauben durch das langsame Heranreifen lange Hängezeiten bis zur perfekten Reife. Unser Konzept ist es, die Eingriffe im Keller so minimal wie möglich zu halten, so dass im Wein der Charakter der Trauben und ihrer Lagen möglichst naturgetreu zum Ausdruck kommt“ Der Jahrgang 2008 erinnert Sadie/Huber an den kühlen und komplexen 2002er. Beide Jahrgänge gehören für das Duo zu denen, die ihrer Philosophie am besten entgegen kommen, weil die Weine nicht so wuchtig und übermäßig konzentriert ausfallen wie in den besonders warmen Jahren, in denen man die Lagentypizität leicht verkochen kann. “Allerdings“, so Sadie, “verlangen kühle Jahrgänge, dass man seine Parzellen und deren Reben genau kennt und weiß, wie sie auf Extremsituationen reagieren.“ Und Huber, der aus München stammt, aber inzwischen in Torroja lebt: „Wir haben früh gemerkt, dass 2008 wohl eine Herausforderung werden wird. So haben wir eine zweite Lesemannschaft bestellt und auch im Keller so eingestellt, dass wir sämtliche Parzellen zum letztmöglichen Zeitpunkt lesen und die Trauben auch entsprechend verarbeiten können. Wir ließen also die Trauben am Stock, gingen aber durch sämtliche Anlagen und betrachteten jede einzelne Traube, um sie gegebenenfalls so zu putzen, dass sie nur noch gesunde Beeren enthielt. Alles, was nicht reif, oder überreif war, lasen wir aus. So konnten wie jede Parzelle zum unserer Meinung nach allerbesten Zeitpunkt lesen, sozusagen auf den Punkt genau. Für uns ist 2008 der beste Jahrgang, den wir im Priorat erzeugt haben. Die Komplexität der Weine, ihre spannungsgeladene Struktur und das Tannin geben ihnen ein Alterungspotential von 20 und mehr Jahren.
Sämtliche Trauben werden in kleinen Zehn-Kilo-Boxen gelesen und in einem gekühlten Raum Beere für Beere handverlesen, um ausschliesslich perfekte Frucht verarbeiten zu können. Anschliessend kommen die Beeren in 800kg fassende Gärbottiche, in denen sie innerhalb von drei Wochen ohne Zugabe von Hefe fermentieren. Anschließend bleiben sie noch für zwei bis drei Wochen ruhig auf der Maische liegen. Von der Korbpresse läuft der junge Wein per Schwerkraft in die französischen Eichenfässer (Barriques für die Crus, der Village reift im ovalen Doppelstück), wo er für etwa 24 Monate heranreift. Er wird weder geschönt noch filtriert abgefüllt.
Verkostungsnotiz im WeinWisser:
„14 Vol. % Alk. 90% Carnignan vom schwarzen Schiefer, Nordlage, was diesen Wein 2007 zu einem Giganten machte. Der 2008er kämpft hingegen noch. Klares, dunkles purpurrubin. Herbes, leicht rauchig-würziges Bouquet von dunklen Kirschen, eingelegten Erdbeeren, wiederum warmtönig und fleischig, ein Touch Ruby, balsamisch, pflaumig, mit spürbar mehr Fülle und Süße als der Torroja. Samtweicher, eleganter Gaumen mit intensiver Frucht und wiederum delikater Säure, feinnervig und konzentriert, gegen Ende hin puristisch und spannungsreich, anstatt fett und breit auszuufern, kräftiges aber feines Tannin, das sogar noch den Nachhall strukturiert. Jung und noch recht abweisend. 3486 Flaschen. 18/20 Punkte. Trinkempfehlung: 2013-2020.“
18/20 Punkte Weinwisser
18/20 Punkte = (gross, individuell)
LaSelección: Goldmedaille (92-94 Pkt.) „Trophy der autochthonen Weine Spaniens“. 584 autochthone SpanienWeine wurden dieses Jahr von den kritischsten LaSelección-Juroren auf den Prüfstand gestellt. Maximal 15 Proben pro Juror und Tag garantierten eine aussagekräftige Bewertung. Nur die besten Weine wurden mit einer Gold- bzw. Silbermedaille ausgezeichnet.
Feinschmecker 2012 bewertet TERROIR AL LIMIT als: Newcomer of the year!
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