Beim Weingut Kirsten dominiert die Handarbeit... Die Reben werden geschnitten und gebunden, ihre grünen Triebe werden aufgebunden, das Beikraut gehackt, die Rebe eingekürzt, die Trauben gelesen und sortiert. Handarbeit, und zwar zu Fuß: Wer einmal einen Fuß in einen der Steilhänge an der Mosel gesetzt hat, bekommt eine Vorstellung davon, wieviel Arbeit und Liebe in jedem einzelnen Stock und jeder Traube steckt – der bekommt eine Vorstellung davon, dass man ein Besessener sein muss, um diese Arbeit jahrein, jahraus zu leisten, mit Begeisterung! Kirstens bearbeiten stolze 12 Hektar in den steilen Hängen entlang der Mosel – mit wachsender Begeisterung und Demut vor der Natur. Die Weingärten finden sich in den Lagen Köwericher Laurentiuslay, Pölicher Held, Longuicher Maximiner Herrenberg und der Klüsserather Bruderschaft. Alle Weinberge haben Terroir, sie sind vom Schiefer geprägt, von der Mosel, sie sind alle steil, alle sind nach Süden oder Südwesten exponiert. In Klüsserath finden sich hoch mineralische, sehr trockene bis milde Weine, die Burgunder-Rebsorten und das Experiment Sauvignon Blanc. Klüsserath ist geprägt vom Mikroklima der Mosel und vom Einfluss der Salm, die hier in die Mosel fließt. Verwitterter Schiefer und eine reine Südexposition verheißen klare, starke Weine.
"Im Glas Hellgold und klar. Im Duft kitzelt kühle, knackige Mineralik die Nase. Ein kalter Schauer huscht über die Schulter. Dezent fruchtig nach Limetten und Minze erfrischt er den Geist. Grüne Kiwi und Stachelbeere geben ein spritzig-freches Duo. Ein Hauch Eukalyptus schlecht sich herbei und beobachtet das bunte Treiben. Im Mund kitzelt er mit frischer Säure den Gaumen und belebt die Sinne. Mit Leichtigkeit und zunächst schüchtern tanzt er beschwingt umher. Nach ein wenig Zeit öffnet er sich und zeigt sich in einer mineralisch-herben Erfrischung. Grüne Noten...Grapefruit...Minze...lebendige Säure, ergeben gelbe und grüne Bilder im Kopf. Eine erfrischen-prickelnde Komposition. Der frisch-freche Wein kombiniert aus dezenter Herbe von Grapefriut und Limettenzesten und saftiger Zitronen und frischer Minze sorgt für einen kühlen Kopf an heißen Tagen."
3-Sterne-Bewertung (= sehr gut) im Wettbewerb "Bester Weinhändler Deutschlands 2012" der Fachzeitschrift Selection.
Der Weinführer Eichelmann verleiht dem Weingut Kirsten im Jahr 2012 „4-Sterne – Hervorragender Erzeuger“. „Manchen großartigen Weinen gelingt es nicht, die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zu erlangen, weil sie in keine der Schubladen von Journalisten, Sommeliers und anderen Meinungsmachern passen. Die Spitzen-Rieslinge aus dem Weingut Kirsten in Klüsserath an der Mosel gehören zu dieser Kategorie. Mit Sicherheit wären die ausdrucksstarken herben Riesling-Weine, die Bernhard Kirsten und seine Frau Inge von Geldern seit einem Jahrzehnt erzeugen, deutlich bekannter, wenn ihr Gut einem der wichtigen Winzerverbände an der Mosel angehörte, dem Großen Ring (VDP Mosel) oder dem Bernkasteler Ring. Doch die Kirstens sind überzeugte Einzelkämpfer. Und das ist ein Problem für den Betrieb, weil die Spitzenweine hier sehr lange gären. Sie kommen meist erst ein ganzes Jahr nach der Lese auf den Markt, können aber nicht an den etwa um diese Zeit stattfindenden Präsentationen der „Großen Gewächse“ (so die neue Kategorie für trockene Spitzenweine) durch die beiden Verbände teilnehmen. Ohne diese Bühne werden sie von einem Teil der Fachleute schlicht übersehen. Dazu kommt die besondere Stilistik des Weinguts. Hier kümmert man sich nicht um die gesetzliche Obergrenze von neun Gramm pro Liter unvergorenem Zucker für trockene Weine. Jeder Wein gärt vielmehr mit der natürlichen Hefe, bis er von selbst aufhört. Das Ergebnis schmeckt trocken, sehr konzentriert und cremig-würzig – und daher für manche Fachleute und Weinfreunde „untypisch“ für die Mosel. Das Gut ist damit keinesfalls ein Unikum im Gebiet, aber es genießt nicht die Ausnahmestellung von Kollegen wie Heymann-Löwenstein in Winningen, zu denen jeder Fachmann eine Meinung haben muss. 2010 war ein schwieriges Jahr für herbe Gewächse an der Mosel, was man bei Kirsten nicht im geringsten spürt.“ FAZ – Stuart Pigott – Dezember 2011
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